Sitemap

100. TODESTAG VON EMIL RATHENAU

Regionalmanagement Berlin Schoeneweide

100. TODESTAG VON EMIL RATHENAU

Gedenken an einen erfolgreichen Gründer und Vordenker für eine moderne Stadt.

Am 20. Juni 1915 starb der Begründer der deutschen Elektroindustrie und Wegbereiter Berlins zur ELEKTROPOLIS: Emil Rathenau (1838-1915). Ihm zu Ehren fand die Festveranstaltung zu seinem 100. Todestag in der historischen Starkstromhalle vom Kabelwerk Oberspree statt.

Genau vor einhundert Jahren war an diesem Ort der Sarg von Emil Rathenau aufgebahrt – mitten in der laufenden Produktion. Seine Beerdigungsfeier war die größte Veranstaltung, die jemals in Schöneweide stattgefunden hat.

Hundert Jahre später bestaunten 200 geladene Gäste eine rotierende Verseilmaschine, bevor sie Platz nahmen vor einer improvisierten Bühne. Eingeladen hatte die Walther Rathenau Gesellschaft, WISTA Management GmbH, Regionalmanagement Berlin Schöneweide, HTW Berlin und der Industriesalon Schöneweide. Die Gäste  wurden begrüßt von Heinz Dürr. Er war von 1980 bis 1990 Vorstandsvorsitzender des AEG-Konzerns – und seine Heinz und Hilde Dürr Stiftung war Hauptsponsor der  Veranstaltung. Weitere Grußworte folgten von Andreas Mossner, dem Ururenkel von Emil Rathenau, der amüsant von der persönlichen Sparsamkeit von Emil Rathenau zu berichten wusste, von Stadtentwicklungssenator Prof. Lüttke Daldrup,  der Schöneweide als Zukunftsort vorstellte und von Konstanze Krone, Leiterin der Regionalen Koordination der Vattenfall GmbH, die auf die Wurzeln ihres Unternehmens in der AEG unter Emil Rathenau hinwies.

Emil Rathenau gründete 1883 mit zahlreichen Patenten vom Erfinder Thomas Alva Edison die Deutschen Edison-Gesellschaft für angewandte Elektricität. Wenig später benannte er seine Unternehmung in AEG um. Seine Vision: Er will Deutschland elektrifizieren. Überall soll Strom fließen, elektrische Geräte sollen die Arbeit erleichtern.

Mehr als 100 Jahre danach lassen sich viele Parallelen zwischen dem mutigen Unternehmer Emil Rathenau und der Gründerszene von heute finden. Als er 1887 in Berlin die AEG gründete, herrschte Aufbruchstimmung im Kaiserreich. Mit der Einführung der Glühbirne wollten die Menschen ihre Wohnungen im hellen Lichte erstrahlen lassen. Dafür brauchten sie Strom. Für Strom sind Kraftwerke nötig und auch Übertragungstechnik. Das alles konnte die AEG in den nächsten Jahren liefern. Die Hochindustrialisierung brachte in ganz Deutschland einen Wirtschaftsboom und ließ die Menschen in die Städte ziehen, die Urbanisierung schritt voran. In Berlin wuchs die Bevölkerung rasant und diese Menschen suchten Arbeit. Die Universitäten in der Hauptstadt bildeten viele kluge Köpfe aus.

Anders als die klassischen Unternehmer um 1890 setzte Emil Rathenau für die AEG weniger auf Eigenentwicklungen, denn auf den Kauf von Erfindungen und deren Weiterentwicklungen. Er beobachtete den Markt und setzte aggressives Marketing ein. Sein Unternehmen vergrößerte er strategisch, weil er schnell die Nummer 1 am Markt werden wollte. Erst im zweiten Schritt sah er das Geldverdienen.

Nicht unerheblich ist zudem, dass er auch in der Öffentlichkeitsarbeit neue Maßstäbe setzte, indem er auf ein einheitliches Erscheinungsbild beharrte. Es war Peter Behrens, der bei der AEG alles – vom Briefbogen über die Produkte bis hin zu deren Fabrikbauten – in einem einheitlichen Sinne gestaltete und somit das moderne Image des Unternehmens prägte.

Das architektonische Erbe Emil Rathenaus können Sie in Berlin Schöneweide entlang der Wilhelminenhofstraße finden. Wer mehr über ihn und Elektropolis wissen möchte, kann sich im Industriesalon umfassend informieren. Im Waldfriedhof Oberschöneweide gibt es die Familiengrabstätte der Familie Rathenau.

Das Gebiet Berlin Schöneweide selbst entwickelt sich nun zusehend zu einem neuen Technologie- und Wissenschaftsstandort und knüpft an den Ursprung an, in dem Wissen mit neuen Technologien, klugen Köpfen und einer modernen Stadtgesellschaft einhergehen.