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1. FC Union Berlin boomt und plant eine Stadionerweiterung

1. FC Union Berlin boomt und plant eine Stadionerweiterung

Der 1. FC Union ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und erzielte im Geschäftsjahr 2017/18 erstmals Rekordeinnahmen von über 40 Millionen Euro. Der Verein, dessen Geschichte einst in Oberschöneweide begann, hofft mittelfristig in die 1. Bundesliga aufzusteigen. Das stellt erhöhte Anforderungen an das Stadion und seine Kapazitäten. Doch auch so wächst die Fangemeinde stetig und mit ihr die Kartennachfrage. Allein seit letztem Jahr gab es einen Zulauf von rund 3.000 neuen Mitgliedern auf rund 21.400. Bald ist wieder Weihnachtssingen im Stadion der alten Försterei. Eine Herzensangelegenheit für jeden Unioner wie sich zeigt, denn die 28.500 Karten gingen bereits alle im Mitgliedervorverkauf weg.

Eine Stadionerweiterung von 22.000 auf 37.000 Besucher ist deshalb nötig und auch geplant. Um den Stadionausbau realisieren zu können, wird derzeit ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt, der das nötige Planungsrecht schaffen soll. Im Entwurf (siehe Bild) ist der Einbau eines kompletten Oberranges über die drei vorhandenen Stehplatztribünen vorgesehen. Neben der Tribünenaufstockung sind weitere bauliche Anlagen und Nutzungen geplant, die sich daran anschließen (Fankneipe, Clubräume für Fankultur, Veranstaltungsräume und Verkaufsflächen). Das Stadion An der Alten Försterei bleibt auch nach den Umbauten mit 28.692 Stehplätzen ein fast reines Stehplatzstadion – ein Gegenentwurf zu den sonst überall verwirklichten multifunktionalen Event-Arenen.

Zur Sicherstellung einer ausreichenden Erschließung wurde ein Verkehrsgutachten erstellt. Die an Spieltagen zu erwartende hohe Auslastung aller Verkehrsmittel bzw. Verkehrsträger im näheren und weiteren Umfeld wird eine Vielzahl organisatorischer und bauli­cher Maßnahmen im Verkehrsbereich für den Stadionausbau erforderlich machen. Im Gutachten wird auf diese Herausforderung eingegangen und Maßnahmen vorgeschlagen. Zu den genannten Maßnahmen zählt die Taktverdichtung an den Spieltagen auf der S3 nach Köpenick. Auch wird empfohlen eine Bedarfshaltestelle für Trams westlich des Stadions einzurichten sowie eine Tram-Wendeschleife, um von dort aus zusätzliche Züge zum S-Bahnhof Schöneweide fahren zu lassen. Ein zusätzliches Parkhaus für Autos wird angetragen, ebenso den Anteil des Radverkehrs zu erhöhen und die Wege für Fußgänger, insbesondere zur S-Bahnstation Köpenick, zu ergänzen, verbreitern und besser zu beleuchten.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, die das Aufstellungsverfahren des Bebauungsplans leitet, wertet aktuell die Stellungnahmen von Bürgern und Behörden im Rahmen des frühzeitigen Beteiligungsverfahrens aus. In diesem Rahmen werden auch die Prognosen und Empfehlungen des Gutachtens geprüft.

Ginge es nach dem Verein, könnte bereits 2020, zum 100. Geburtstag des Stadions, Einweihung gefeiert werden. Wir drücken die Daumen!