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Anschub für Berlins Mode- und Textilwirtschaft

Anschub für Berlins Mode- und Textilwirtschaft

Berlin gehört zu den TOP 5 der Modestandorte weltweit. Über 3.500 Unternehmen sind in der Hauptstadt im Modebereich tätig. Die Umsätze der Modebranche sind von 2009 auf 2012 um über 62% auf rund 3 Mrd. EUR angestiegen, die Beschäftigungszahlen um 23% auf 19.200 Erwerbstätige gewachsen.

Zur „Berlin Fashion Week“ ist die Hauptstadt Treffpunkt von Einkäufern, Fachbesuchern und Medienvertretern aus dem In- und Ausland. Auf inzwischen mehr als 10 Messen und Plattformen für Modenschauen präsentierten Modelabels, Newcomer und große Marken ihre aktuellsten Kollektionen. Das sind erfreuliche Nachrichten für Berlin!

Der Bezirk Treptow-Köpenick, die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin und das Regionalmanagement Berlin Schöneweide stoßen derzeit die Entwicklung eines Zentrums für Mode- und Textilwirtschaft in Schöneweide an. Es soll einerseits ein Angebot für fehlende Bereiche der textilen Wertschöpfungskette bereithalten und andererseits insbesondere gründungsaffine Hochschulabsolventen und Start-ups am Standort fördern. Neben Flächen für junge Modelabel, Coworkingspaces, gemeinsam nutzbare Technik wie CAD Computer/Software oder andere Fertigungstechniken sind zudem Beratungs-, Coaching- und Qualifizierungsleistungen denkbar.

Grund für die Initiative ist auch, dass wenn überhaupt, immer nur ein Teil der Textil-Wertschöpfung in der Hauptstadt erbracht wird. Das tägliche Business vieler kleiner Modellabels ist hinter der Glamourwelt von Modemessen und Stardesignern ein extrem hartes Geschäft. Beispielhaft steht dafür das Berliner Label „Firma“, das im April des vergangenen Jahres nach 17 Jahren die Schließung bekannt gab. Noch schwieriger ist es für Inhaber etwas kleinerer Labels, die auf den ersten Blick mit Verkaufsstandorten wie London und Paris erfolgreich scheinen, weil sie schon 5-10 Jahre im Geschäft sind. Die Realität zeigt jedoch, dass viele Beschäftigte in dieser Branche nicht ohne Zweitjob über die Runden kommen. Wochenarbeitszeiten von weit über 60 Stunden sind da eher die Normalität. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Neben dem extrem globalisierten Markt ergeben sich aus den Spezifika der Mode- und Textilbranche besondere Schwierigkeiten für Unternehmen konkurrenzfähig zu bleiben. Hinzu kommt, dass den zahlreichen Hochschulabsolventen vom Fach nur wenige offene Stellen gegenüberstehen und die Selbstständigkeit oft einziger Eintritt in die Mode-Branche scheint.

In Zusammenarbeit mit einer Initiatoren-Gruppe aus Vertretern der Wirtschaft, HTW Berlin, Bezirk und Abgeordnetenhaus werden momentan Kriterien erarbeitet, die in den nächsten Monaten in einer Bedarfsstudie für den Standort Berlin Schöneweide untersucht werden sollen.

 

Quelle: Regionalmanagement Berlin Schöneweide