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Flächensicherung für Kunst- und Kreativwirtschaft in Berlin Schöneweide

Flächensicherung für Kunst- und Kreativwirtschaft in Berlin Schöneweide

Im Sommer hatten rund 170 lokale Kunst- und Kreativschaffende einen Offenen Brief als Warnschuss über die Verdrängung der Szene aus Berlin Schöneweide an das Bezirksamt Treptow-Köpenick überreicht. Im Schöneweider Salongespräch stimmten sich daraufhin wichtige Entscheider – darunter auch Bezirksbürgermeister Oliver Igel – über das Thema Flächensicherung bestehender und Schaffung künftiger Kunst- und Kreativorte in Berlin Schöneweide ab. Auch ein Anschlusstreffen im Rahmen von Kunst am Spreeknie zwischen VertreterInnen der Kunstszene, dem Regionalmanagement Berlin Schöneweide, der Leitung der Kulturverwaltung und der Atelierförderung galt der Absprache zum weiteren Vorgehen.

Und wie geht es weiter?

Erst im August stellte der Atelierbeauftragte für Berlin, Florian Schmidt, in einem „Masterplan Art Studios 2020“ seine Forderungen und Handlungsbedarfe vor, um Künstler trotz Neubau von Wohngebieten und Umnutzungen an ihren Standorten zu halten. Im gleichen Zug forderte er, dass Kunst und Kultur nicht nur eine Angelegenheit des Kultursenators, sondern künftig auch Bestandteil der Stadtentwicklung sein müsse. Im neuen Masterplan wird sich zunächst auf sechs bis acht Standorte in Berlin fokussiert, alle für sich mit viel Raum für Projekt-, Probe- und Ateliernutzungen, teils mit Co-Working-Charakter ausgestattet. Hier sind unterschiedlichste Fördermodelle denkbar – vom klassischen Anmietprogramm über die Neunutzung von landeseigenen Objekten bis hin zu Neubauten mit kostengünstigen Modulen.

Nicht nur die sogenannten „Art Factories“ in den Innenstadtlagen sollen berücksichtig werden. Auch Gewerbegebiete außerhalb des S-Bahn-Rings sind im Visier des Atelierbeauftragten. In Berlin Schöneweide verhandelt er und das Regionalmanagement derzeit mit Privateigentürmern und Bezirk über verschiedene Flächen. „Kurzfristig müssen wir uns verstärkt um die Rathenauhallen, das Funkhaus und aber auch die Hasselwerder Villa und die Leuchtenfabrik kümmern, um die Räume zu sichern beziehungsweise eine optimale Nutzung zu erreichen.“ so Schmidt.

Gerade die Entwicklung des Areals Nalepastraße ist von besonderem Interesse. Neben vielfach künstlerisch/kreativwirtschaftlich genutzten Teilgrundstücken ist die Nalepastraße 52 eines der wenigen noch ungeplanten Gebäude in der Umgebung. Als landeseigenes Grundstück bildet es einen Schwerpunkt bei der Betrachtung zur Flächensicherung für die Kunst- und Kreativwirtschaft. Von Bezirk und BIM (ehemals Liegenschaftsfonds Berlin) wird derzeit geprüft, ob sich die Nalepastraße 52 auch für das Atelierprogramm eignet. Hier könnte das Land Berlin einen substanziellen und nachhaltigen Beitrag zur Entwicklung des Areals Nalepastraße für die Kunst- und Kreativwirtschaft leisten und damit Signalwirkung erzeugen.

Auch das ehemalige Oberstufenzentrum in der Wilhelminenhofstraße ist schon länger im Gespräch. So soll vorerst eine soziale Zwischennutzung Einzug halten, langfristig steht aber auch hier die kultur- und kreativwirtschaftliche Nutzung im Vordergrund. „Noch gar nicht im Fokus, aber auf der Liste, sind die Räume der ehemaligen Schauspielschule Ernst Busch. Mit den neuen Möglichkeiten der Arbeitsraumförderung könnte man hier der freien darstellenden Kunst Raum bieten.“ gibt Florian Schmidt auch Einblicke in seine übernächsten Schritte…

 

Weiter Infos zum Thema

3sat Kulturzeit v. 10.08.2016: „Neue Räume für die Kunst“

Berliner Morgenpost v. 10.08.2016: „Masterplan für 2000 neue Künstler-Ateliers für Berlin“

Der Tagesspiegel v. 10.08.2016: „Raum für die Kunst. Bis 2020 will Berlin 2000 Ateliers schaffen“

 

Der vollständige Masterplan ist veröffentlicht auf der Internetseite des bbk berlin e.V.