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KABELMUSEUM

KABELMUSEUM

Machbarkeitsstudie für regionales Museum in denkmalgeschützter Kulisse des Kabelwerks Oberspree

Das ehemalige Kabelwerk Oberspree (KWO) in Oberschöneweide ist ein einzigartiges Monument der deutschen Industriegeschichte. Mit der Fabrikanlage der AEG verbinden sich bedeutsame Leistungen auf dem Gebiet der Elektrotechnik. Neben dem Tor an der Wilhelminenhofstraße 76-77 erhebt sich die „alte Kantine“ des Kabelwerks (siehe Foto), errichtet 1899-1900 von Architekt Johannes Kraaz. Von den verputzten Fassaden, Fachwerkgiebeln und ziegelgedeckten Dächern ist der Glanz bereits lange verflogen. Dem denkmalgeschützten Objekt droht der Verfall. Im Obergeschoss des Hauptbaus befanden sich einst die Speisesäle für Arbeiter und Arbeiterinnen, Angestellte und Direktoren.

Jetzt hat der Industriesalon Schöneweide e.V. eine Machbarkeitsstudie für eine Museums-Neugründung beauftragt, finanziert aus Mitteln des Bundes und des Landes Berlin (GRW-Förderung). Beabsichtigt ist, in einer interaktiven Ausstellung das Kabelwerk und seine wechselvolle Geschichte erlebbar zu machen. Einst war das KWO Teil der legendären Berliner Elektropolis, von der aus Europa elektrifiziert wurde. Mit den im KWO gebauten Kabeln sind zum Beispiel die U-Bahn in London, ebenso wie die großen Bagger in den Braunkohleabbaugebieten ausgestattet worden. Bis zur Wende trug das KWO entscheidend zur Energieversorgung bei. Danach wurde es mehrfach verkauft. In einem Teilbereich werden heute u.a. wieder Glasfaserkabel produziert. An der wechselvollen Geschichte des Werkes lässt sich exemplarisch Berliner Wirtschaftsgeschichte nachvollziehen. Das Gebäude mit dem erhalten gebliebenen, repräsentativen Speisesaal steht für die damaligen Bemühungen der AEG, mit einer eigenen betrieblichen Sozialpolitik den Arbeiterkämpfen zuvor zu kommen. In der DDR zog die „Kader-Abteilung“ (Personalabteilung) hier ein. Schöneweider erinnern sich noch heute gut daran, wie sie hier ihre Theaterkarten oder Urlaubsanträge abgeholt haben.

Die nun in Auftrag gegebene Studie soll nicht nur die tatsächliche Machbarkeit abklären, sondern auch Entwicklungsoptionen aufzeigen, wie Schöneweide mit dem neuen Museum zu einem bekannten touristischen Anziehungspunkt im Bereich Berliner Industriekultur weiterentwickelt werden kann.

 

Informationen zur Architekturgeschichte: Kantine, KWO (Denkmal)

 

Foto: ehemalige Kantine des Kabelwerks © Regionalmanagement Berlin Südost