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Kreative Nutzungskonzepte direkt an der Spree

Kreative Nutzungskonzepte direkt an der Spree

Man nehme eine alte Industriehalle, kreative Köpfe aus Design- und Kunsthandwerk und jede Menge Engagement für die Sache. Ergibt KAOS!

Vor circa drei Jahren entschlossen sich drei Absolventen der Universität der Künste in Berlin Schöneweide eine kreative Arbeitsgemeinschaft zu gründen – kurz: KAOS. Nachdem die Produktdesigner Frederic Sonnenberg und Jascha Vogel zusammen mit dem Künstler Okan Akgöl zunächst das Rathenauareal im Visier hatten, fanden sie zwischen einer Autowerkstatt und einer Glaserei in einer Industriehalle hinter den Spreehöfen den perfekten Ort, um ihre Idee von einer multifunktionalen Werkstatt umzusetzen. „Die Lage ist ideal! Direkt an der Spree und mit vorerst moderater Kaltmiete lässt es sich gut und kreativ arbeiten“ erzählen die Gründer.

KAOS bietet individuelle Werkräume und Arbeitsplätze für Freiberufler aus den unterschiedlichsten Kunst- und Kreativbereichen. Durch die Beiträge der bereits knapp 50 Mitglieder baut die Gemeinschaft die Halle für Ateliers, Werkräume und Studios aus. Bisher aus Eigenkapital finanziert, starteten sie im Mai 2016 eine Crowdfunding-Aktion, um die baulichen Auflagen in Gänze zu erfüllen. Neben einer Heizungsanalage für den Winter und der Erneuerung der Sanitäreinrichtungen wird vor allem für den Ausbau einer Lackierwerkstatt mit entsprechendem Entlüftungssystem gesammelt.

„Wir sind an unsere Grenzen gestoßen, alles aus eigener Tasche zu finanzieren. Und wir passen als kreative Arbeitsgemeinschaft in keine konkreten Fördertöpfe. So ist es schwierig, allen Wünschen gerecht zu werden“ werfen die Designer ein. Denn jenseits ihrer Haupttätigkeiten veranstalten sie regelmäßig Ausstellungen, Workshops und Kooperationsprojekte mit Künstlern und Akteuren aus der Umgebung. Alles mit positiver Ausstrahlungskraft für den Stadtteil. Die Organisation für die Aktionen basiert ausschließlich auf Ehrenamt.  So attraktiv der Nutzungsmix auch ist, gerade in der Außenwirkung sehen Sonnenberg und Vogel die Kunst- und Kreativszene noch unterrepräsentiert in den Köpfen von Politik und Verwaltung. Den Ende Mai von Schöneweider Künstlern und Kreativen formulierten Offenen Brief an den Bezirk über die Verdrängung der Szene aus dem Stadtteil unterstützen sie daher gern und gaben Ihre Unterschrift.

KAOS als Marke weiterzuentwickeln und als Akteur in Berlin Schöneweide zu etablieren, das haben sich die Kreativen vorgenommen. Wie im letzten Jahr werden sie für das diesjährige Stadtteilfestival „Kunst am Spreeknie“ im Juli ihre Türen öffnen und die vielfältigen Werke zur Schau stellen. Mit der Nachtschicht beteiligte sich die Arbeitsgemeinschaft bereits Anfang Juni an der Berlinweiten „Design Night“ und zog mit der After-Party ein breites Publikum an.

Schöneweide scheint schon jetzt echter Hotspot in der Kunst- und Kreativlandschaft zu sein. Neben KAOS  gibt es viele weitere Projekte am Standort, die Orte für Begegnung und gemeinsames Arbeiten schaffen. Das BETT Designkomparative, NOVILLA, Xtro Ateliers oder das geplante Netzwerk [p:] photography unlimited im Erdgeschoss des Atelierhaus15, um nur einige zu nennen.