Sitemap

PERSÖNLICHEKEITEN ÜBER SCHÖNEWEIDE

PERSÖNLICHEKEITEN ÜBER SCHÖNEWEIDE

Das Regionalmanagement im Gespräch mit Prof. Dr. Carsten Busch, Präsident der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW).

Herzlichen Glückwunsch zur Wahl als Präsident der Hochschule für Technik und Wirtschaft! Mit Start des Sommersemesters im April 2019 beginnt auch Ihr Amt als neuer Hochschulleiter. Sie werden künftig an die Stelle von Prof. Dr. Klaus Semlinger treten. Was können wir vorab über ihre Person erfahren?

Vielen Dank! Ich bin geboren und aufgewachsen in einem kleinen Ort in Schleswig-Holstein, in der Holsteinischen Schweiz. In den 80er Jahren ging ich nach Berlin, wo ich an der Technischen Universität Berlin Informatik studierte und promovierte. Im Anschluss machte ich Station an der Universität der Künste, wo ich unter anderem den Studiengang Electronic Business mit aufbaute. Danach zog es mich für einige Jahre in die Selbständigkeit. Seit 2006 bin ich an der HTW Berlin und für das Fachgebiet Medieninformatik und Medienwirtschaft zuständig. Meine Schwerpunkte liegen auf den Feldern Interactive Learning und Mixed Reality. Als nächstes präsentieren wir zweimal auf der Hannover Messe, gemeinsam mit einem Berliner Unternehmen und einem aus Nordrhein-Westfalen.

 

Wo und wie sehen Sie die zukünftige Ausrichtung der HTW Berlin, der größten Hochschule für angewandte Wissenschaften in Berlin, in der rund 14.000 Studierende in den Studiengangsbereichen Technik, Informatik, Wirtschaft, Recht, Kultur und Gestaltung vernetzt zusammenarbeiten?

Ganz wichtig – wir wollen wachsen! Es ist ein offenes Geheimnis, dass wir unseren Standort komplett nach Schöneweide, in den Bezirk Treptow-Köpenick verlegen möchten. Wir möchten hier für die Hochschule einen einheitlichen Campus schaffen mit neuen Studiengängen. Stark sind wir beispielsweise in den Kompetenzfeldern „Digitalisierung“, „Mode-Textil-Design“, „regenerative Energien“ sowie in den klassischen Bereichen der Ingenieurwissenschaften wie Maschinenbau und Fahrzeugtechnik. Auch zukünftig werden diese Themen bestimmend sein. Zudem möchten wir eine aktive Rolle im Bezirk spielen. Dabei geht es uns als wissenschaftliche Einrichtung um den Austausch von verschiedenen Meinungen und Ideen, darum ein Forum zu sein. Wir wollen mittendrin sein, Impulse geben und sehen uns als Teil des Ganzen. Dabei hilft es zu beherzigen, dass Wissenschaftler nur objektiv sein können, wenn ein Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin das eigene Ego deutlich zurücknimmt. Das impliziert auch aufmerksames Zuhören und ein gute Nachbarschaft zu pflegen. Die HTW versteht sich als ein Ort des Austauschs und gelebter Demokratie.

 

Welche Entwicklungen sehen Sie im Umfeld des Campus Wilhelminenhof in Schöneweide für die HTW Berlin als besonders wichtig an?

Der Campus Wilhelminenhof in Schöneweide befindet sich auf einem traditionsreichen Industrieareal, auf dem die Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft (AEG) und später die Kabelwerke Oberspree (KWO) Geschichte schrieben. Hier ist der Ursprung der „Elektropolis“.  Die HTW Berlin ist mittlerweile integraler Teil des Bezirks, weshalb mir auch folgende Metapher passend erscheint: Die Hochschule ist wie ein Baum, der sich täglich besser am Standort Schöneweide verwurzelt, deshalb hoch und kräftig hinaus wachsen kann und eine weitreichende Baumkrone mit vielen Verzweigungen ausbildet, von denen auch ein Blick voraus in die Zukunft möglich ist.

Wir haben die Aufgabe und Verantwortung moderne Technologien zu entwickeln, neue Bündnisse einzugehen, vor allem auch mit der Wirtschaft, und natürlich aktiv zur gesellschaftlichen Entwicklung des Bezirks beizutragen. Das Innovations- und Technologiezentrum ITZ 4.0 ist deshalb für uns eine sehr spannende Initiative, zu der Sie als Regionalmanagement ja das Grundlagenkonzept erarbeitet haben. Ich hoffe, es gelingt bald, das ITZ 4.0 im Kontext mit der Campus-Entwicklung der HTW umzusetzen.

 

Vielen herzlichen Dank für das Gespräch.

 

Foto: Prof. Dr. Carsten Busch (© Prof. Dr. Carsten Busch)