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Schöneweider Salongespräch zur Zukunft der Kreativszene in Schöneweide

Schöneweider Salongespräch zur Zukunft der Kreativszene in Schöneweide

Am Mittwochabend trafen zum Schöneweider Salongespräch KünstlerInnen und Kreative im Industriesalon Schöneweide auf Bezirksbürgermeister Oliver Igel und weitere Vertreter aus Senat, Bezirk und der Kreativszene.

Das Regionalmanagement Berlin Schöneweide hatte gemeinsam mit Unternehmerkreis und Industriesalon zum aktuellen Thema „Wohin entwickelt sich die Kreativszene in Schöneweide? Kunst und Kreativwirtschaft sichern und neue Räume schaffen“ geladen. Erst vor drei Wochen wurde der Offene Brief von rund 170 lokalen Kunst- und Kreativschaffenden als informativer Warnschuss über die Verdrängung der Szene aus dem Stadtteil an das Bezirksamt Treptow-Köpenick überreicht. Die darin formulierten Forderungen nach Flächensicherung bestehender und Festschreibung künftiger Kunst- und Kreativorte in Schöneweide bildeten auch an diesem Abend die Diskussionsschwerpunkte.

Mit kurzen Projekt-Pitches einzelner Kunst- und Kreativlocations aus Schöneweide wurde die Veranstaltung eröffnet. Von den Xtro Ateliers über das NOVILLA-Projekt bis hin zu den unterschiedlichen Coworkingspaces wie KAOS, BETT oder das geplante Fotografiezentrum [p:] photography unlimited berlin im Atelierhaus 15 – die Gäste und das Podium erhielten einen ersten Einblick in das aktuelle Schaffen und die Probleme der lokalen Kreativszene.

In der anschließenden Podiumsdiskussion befürwortete der Atelierbeauftragte Florian Schmidt den frühzeitigen Austausch über die Entwicklungen. „Schöneweide ist ein Sonderfall!“ verdeutlichte er und knüpfte damit an Oliver Igels Eingangsrede an, dass die Kunst- und Kreativwirtschaft auch aus Bezirksperspektive gerade in Schöneweide mit seinem Raumpotenzial schützenswert sei. Da es sich am Standort laut Kulturstadtrat Michael Vogel aber oftmals um private Eigentümer handle, hätte der Bezirk allerdings nur „überschaubare Einflussmöglichkeiten auf die Vermieterpraxis“. Bei landeseigenen Liegenschaften, wie der NOVILLA, dem Atelierhaus 15, der Schauspielschule Ernst Busch, Nalepastr. 52 oder Wilhelminenhofstr. 90A, gäbe es größere Handlungsspielräume.

Ein abgestimmter Entwicklungsplan der Kunst und Kreativwirtschaft in Schöneweide könnte der nächste Schritt sein. Nach Marc Wohlrabe von der Clubcommission müsste dieser allerdings flexibler auf aktuelle Dynamiken der Szene reagieren können. „Die Stadt wächst schneller als jeder Masterplan!“ warf er ein und schlug den Vergleich zum Masterplan Mediaspree, der mit den realen Umsetzungen am Ende nur noch wenig zu tun gehabt habe. Dr. Thomas Letz von der Senatskanzlei betonte, dass „Schöneweide [als] einer der neun Berliner Zukunftsorte“ ein Gesamtkonzept mit konkreten Profilschwerpunkten benötige. So könnten auf Landesebene potenzielle Fördermöglichkeiten besser erörtert werden, wie es im Falle Tegel als HighTech-Standort und in Tempelhof mit dem forcierten Ausbau von Kunst & Kreativwirtschaft bereits passiere.

Eine echte Chance für Schöneweide, zu reagieren noch bevor die Gentrifizierung ihre Eigendynamik wie in anderen Berliner Stadtteilen entfaltet – darin sind sich Bezirksbürgermeister Igel und die anderen Podiumsgäste einig. Allerdings muss eine Schnittstelle für den strukturierten Austausch zwischen Politik, Vermieter und KünsterInnen und Kreativen her, damit aktuelle Flächen- und Nutzungsfragen der Kreativszene adäquat bearbeitet werden können. Florian Schmidt bot seine Unterstützung bereits an. Das Regionalmanagement hilft bei den Vorbereitungen einer Bestands- und Stakeholderanalyse der lokalen Kunst- und Kreativstandorte. Auch die Schöneweider Akteure aus dem Kunst- Kreativbereich wollen gemeinsam loslegen. Ein erstes Anschlusstreffen für alle ist im Rahmen von Kunst am Spreeknie am 13. Juli ab 11 Uhr in der Zentralstation geplant – siehe www.kunst-am-spreeknie.de